Wärmebildzielfernrohr erlaubt? Die Rechtslage 2026 für Jäger: Vorsatzgerät statt Zielfernrohr

Ein Wärmebildzielfernrohr ist in Deutschland nicht erlaubt: Eigenständige Wärmebild-Zielfernrohre mit eigenem Absehen und Montagevorrichtung zählen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG zu den verbotenen Gegenständen. Erlaubt sind Wärmebild-Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen: Inhaber eines gültigen Jagdscheins dürfen sie für jagdliche Zwecke erwerben, besitzen und nutzen (§ 40 Absatz 3 WaffG). Ob und wie Sie damit im Revier jagen dürfen, entscheidet das Jagdrecht Ihres Bundeslandes. Stand: August 2026.


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Jagdbüchse mit Zielfernrohr und Wärmebild-Vorsatzgerät auf dem Ansitz in der Dämmerung (KI-generiertes Bild)

Jagdbüchse mit Zielfernrohr und Wärmebild-Vorsatzgerät auf dem Ansitz in der Dämmerung

Symbolbild - mit KI erstellt


Kurz gesagt: Ein Wärmebildzielfernrohr ist in Deutschland nicht erlaubt: Eigenständige Wärmebild-Zielfernrohre mit eigenem Absehen und Montagevorrichtung zählen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG zu den verbotenen Gegenständen. Erlaubt sind Wärmebild-Vorsatzgeräte ohne eigenes Absehen: Inhaber eines gültigen Jagdscheins dürfen sie für jagdliche Zwecke erwerben, besitzen und nutzen (§ 40 Absatz 3 WaffG). Ob und wie Sie damit im Revier jagen dürfen, entscheidet das Jagdrecht Ihres Bundeslandes. Stand: August 2026.

Die Frage "Ist ein Wärmebildzielfernrohr erlaubt?" erreicht uns in Wuppertal fast jede Woche, meist von Jägern, die Schwarzwild bei Nacht sauber ansprechen wollen. Die Antwort hat zwei Ebenen: Das Waffenrecht regelt, welche Nachtzieltechnik Sie überhaupt besitzen dürfen, und spricht für Nachtzielgeräte ein klares Verbot aus. Das Jagdrecht regelt, welche Nachtsichttechnik Sie davon bei der Jagd verwenden dürfen und für welche Wildarten. Dieser Beitrag ordnet beides, nennt die Paragraphen und den Stand der politischen Debatte und zeigt, was ein Wärmebild-Vorsatzgerät in der Praxis leistet.

Vorsatzgerät oder Wärmebild-Zielfernrohr: der entscheidende Unterschied

Technisch arbeiten beide Geräte mit demselben Prinzip: Ein Wärmebildsensor macht Temperaturunterschiede sichtbar, ganz ohne Restlicht und ohne Beleuchtung. Rechtlich trennt sie eine klare Linie: Hier das Verbot, dort die Ausnahme für Jäger.

Wärmebild-Vorsatzgerät als Clip-On vor dem Objektiv eines Tageslicht-Zielfernrohrs (KI-generiertes Bild)
Wärmebild-Vorsatzgerät als Clip-On vor dem Objektiv eines Tageslicht-ZielfernrohrsSymbolbild - mit KI erstellt
  • Wärmebild-Vorsatzgerät (Clip-On): Es wird mit einem Adapter vor das Objektiv Ihrer vorhandenen Tageslicht-Zieloptik gesetzt und hat kein eigenes Absehen. Sie zielen weiterhin mit dem Absehen Ihres eingeschossenen Zielfernrohrs (welche Absehen es gibt und wofür sie taugen, erklärt unser Ratgeber Absehen erklärt). Solche Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze sind für Jagdscheininhaber erlaubt.
  • Wärmebild-Zielfernrohr (Nachtzielgerät): Es ersetzt die Zieloptik komplett, bringt ein eigenes Absehen mit und besitzt eine Montagevorrichtung für die Schusswaffe. Für diese Nachtzielgeräte gilt in Deutschland ein Verbot, auch für Jagdscheininhaber.

Im Handel fallen auch die Begriffe Dual-Use-Gerät oder Aufsatzgerät. Gemeint sind Geräte, die sich sowohl als Handbeobachtungsgerät als auch als Vorsatz vor der Zieloptik verwenden lassen. Entscheidend bleibt immer: kein eigenes Absehen, keine Montage als eigenständiges Zielgerät. Ob Vorsatzgeräte, Aufsatzgeräte oder Dual-Use-Geräte: Alle drei Begriffe meinen rechtlich dieselbe zulässige Bauart.

Was das Waffengesetz genau sagt: § 40 und Anlage 2

Die Grundlage ist Anlage 2 Abschnitt 1 des Waffengesetzes. Zu den verbotenen Gegenständen gehören nach Nr. 1.2.4.2 für Schusswaffen bestimmte "Nachtsichtgeräte und Nachtzielgeräte mit Montagevorrichtung für Schusswaffen sowie Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel (z. B. Zielfernrohre)", sofern die Gegenstände einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen. Wärmebildgeräte arbeiten mit einem Bildwandler, sie fallen also unter diese Regel. Das Verbot erfasst damit klassische Nachtsichtgeräte mit Restlichtverstärker ebenso wie Wärmebildgeräte, sobald sie für die Montage an Schusswaffen bestimmt sind.

Die Ausnahme für Jäger steht in § 40 Absatz 3 WaffG: Inhaber eines gültigen Jagdscheins dürfen "für jagdliche Zwecke Umgang mit Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.2 haben". Diese Erlaubnis gilt seit der Änderung des Waffengesetzes im Februar 2020. Sie umfasst Erwerb, Besitz, Montage und Verwendung, aber eben nur Vorsätze und Aufsätze, nicht die integrierten Nachtzielgeräte, für die das Verbot unverändert gilt. Jagdrechtliche Beschränkungen bleiben laut Gesetz ausdrücklich unberührt.

Für Sportschützen gilt die Ausnahme nicht. Wer kein Jagdscheininhaber ist, darf weder Wärmebild-Vorsatzgeräte mit Montagevorrichtung noch Wärmebild-Zielfernrohre besitzen. Handgeräte zur reinen Beobachtung ohne Montagevorrichtung sind dagegen keine "für Schusswaffen bestimmten" Gegenstände und bleiben frei erwerbbar.

Der Umgang mit einem verbotenen Gegenstand ist nach § 52 WaffG strafbar und gefährdet die waffenrechtliche Zuverlässigkeit, damit auch den Jagdschein. Ein Kauf im Ausland oder eine Einfuhr ändert daran nichts, wie Zollfälle im Frühjahr 2026 gezeigt haben.

IR-Strahler und künstliche Lichtquellen: warum Wärmebild rechtlich im Vorteil ist

Viele Restlichtverstärker arbeiten mit einem IR-Strahler, der das Ziel unsichtbar ausleuchtet. Genau hier liegt eine zweite Hürde, denn künstliche Lichtquellen an der Waffe sind ein eigener Verbotstatbestand: Nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.1 WaffG sind für Schusswaffen bestimmte Vorrichtungen verboten, "die das Ziel beleuchten (z. B. Zielscheinwerfer) oder markieren (z. B. Laser oder Zielpunktprojektoren)". Ein an der Waffe oder am Vorsatz montierter IR-Aufheller ist eine solche Lichtquelle. Der Deutsche Jagdverband weist darauf hin, dass Infrarotaufheller an Geräten für die legale Nutzung technisch deaktiviert sein müssen.

Ein Wärmebild-Vorsatzgerät arbeitet passiv. Es beleuchtet nichts und markiert nichts, es liest nur die Wärmestrahlung des Wildes. Deshalb nennt auch der Bundesrat in seiner Begründung Wärmebild-Vorsatzgeräte als "solche ohne Vorrichtung, die das Ziel beleuchten" und damit als rechtlich unproblematisch.

Jagdrecht: warum Ihr Bundesland entscheidet

Die waffenrechtliche Erlaubnis ist die eine Seite. Ob Sie das Gerät bei der Jagd einsetzen dürfen, steht im Jagdrecht. § 19 Absatz 1 Nr. 5 Buchstabe a BJagdG verbietet bundesweit künstliche Lichtquellen, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles sowie Nachtzielgeräte mit Bildwandler oder elektronischer Verstärkung bei der Jagd. Nr. 4 verbietet zudem, Schalenwild mit Ausnahme von Schwarzwild sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen. Die Länder dürfen diese Vorschriften erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken (§ 19 Absatz 2 BJagdG), und das haben sie seit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) fast alle getan, vor allem für die Jagd auf Schwarzwild.

Ein Überblick nach der Zusammenstellung des Deutschen Jagdverbandes (Stand: Februar 2025):

  • Bayern: Künstliche Lichtquellen, Anstrahlvorrichtungen und Nachtzielgeräte mit Bildwandler oder elektronischer Verstärkung erlaubt für Schwarzwild, Raubwild und Nutria, mit Ausnahmen für FFH-Arten.
  • Baden-Württemberg: Nachtjagdverbot für Schwarzwild aufgehoben.
  • Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen: Nachtzieltechnik mit Bildwandler oder elektronischer Verstärkung für Schwarzwild und weitere Arten erlaubt, in Sachsen ausdrücklich für Langwaffen. Das Waffenrecht bleibt überall bindend.
  • Hessen: Nachtsichttechnik für Schwarzwild zulässig, soweit waffenrechtlich erlaubt.
  • Nordrhein-Westfalen: Auf Grundlage der ASP-Jagdverordnung 2021 ist die Verwendung von Nachtsichtaufsätzen und Nachtsichtvorsätzen (Dual-Use-Geräte) für Zielfernrohre mit elektronischer Verstärkung für die Bejagung von Wildschweinen zulässig, vom erhöhten Ansitz und bis maximal 100 Meter Schussdistanz. Seit Juli 2025 haben viele Untere Jagdbehörden per Allgemeinverfügung zusätzliche Freigaben erteilt, teils ohne die 100-Meter- und Ansitz-Grenze und teils ausdrücklich für Wärmebildtechnik, etwa in Euskirchen, Hagen, Hamm, im Rhein-Kreis Neuss und im Oberbergischen Kreis (Ökologischer Jagdverein NRW, Stand: August 2025).

Die Regeln für den Einsatz von Nachtsichtgeräten ändern sich laufend und unterscheiden sich bis auf Kreisebene. Prüfen Sie deshalb vor dem ersten Einsatz die aktuelle Jagdverordnung Ihres Landes und die Allgemeinverfügung Ihrer Unteren Jagdbehörde. Fest montierte Lichtquellen bleiben auch dort verboten, wo der Einsatz von Wärmebild erlaubt ist. In ASP-Gebieten gelten häufig weitergehende Freigaben, die die Behörden gesondert bekanntgeben.

Kommt die Freigabe? Der Gesetzentwurf des Bundesrates

Die Frage "Wann werden Wärmebild-Zielfernrohre legal?" beschäftigt Bundesrat und Bundestag seit 2025. Auf Initiative Hessens hat der Bundesrat am 13. Juni 2025 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Waffengesetzes beschlossen und ihn am 16. Juli 2025 dem Bundestag zugeleitet (Bundestagsdrucksache 21/893). Ziel ist die Aufnahme von Nachtzieltechnik: Fest montierte Nachtzielgeräte sollen für Jäger erlaubt werden, weil sie "aus einem Guss" gefertigt sind und Montagefehler vermeiden, zudem soll das Anbringen von Lichtquellen an der Jagdwaffe zulässig werden. Begründet wird das mit der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, einer effizienteren Schwarzwildbejagung und einer tierschutzgerechten Erlegung.

Stand August 2026 ist dieser Entwurf nicht geltendes Recht. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Vorschläge zu prüfen, eine Entscheidung des Bundestages steht aus. Bis dahin bleibt es beim Verbot der Wärmebild-Zielfernrohre und beim Verbot fest montierter Lichtquellen. Wer der Änderung jetzt vorgreift, macht sich strafbar.

Was ein Wärmebild-Vorsatzgerät in der Praxis bringt

Nach der Rechtslage die Praxis: Wärmebild-Vorsatzgeräte sind heute die gängige Nachtsichttechnik für die Schwarzwildjagd, weil sie ohne IR-Strahler auskommen und die Zieloptik unverändert lassen.

Simulierte Wärmebild-Ansicht: Schwarzwildrotte bei Nacht in Weiß-Glut-Darstellung (KI-generiertes Bild)
Simulierte Wärmebild-Ansicht: Schwarzwildrotte bei Nacht in Weiß-Glut-DarstellungSymbolbild - mit KI erstellt

Der größte Vorteil eines Vorsatzgerätes ist, dass Ihre Tageslichtoptik bleibt, wie sie ist. Das Absehen bleibt eingeschossen, die Bedienung bleibt vertraut, und tagsüber nehmen Sie das Gerät einfach ab. Wild steht im Wärmebild auch bei völliger Dunkelheit, im Nebel oder vor dunklem Waldrand deutlich vom Hintergrund ab, das erleichtert das Ansprechen auf dem Ansitz erheblich.

Die Grenzen sollten Sie ebenso kennen: Ein Vorsatz bringt zusätzliches Gewicht und Baulänge an die Optik, das Sehfeld wird kleiner, und Sie müssen Akkulaufzeit und Montage im Blick behalten. Der Adapter muss zum Objektivdurchmesser Ihres Zielfernrohrs passen, und die Montage sollte spielfrei sitzen, damit die Treffpunktlage reproduzierbar bleibt. Bewährt hat sich die Kombination mit einem Zielfernrohr niedriger bis mittlerer Vergrößerung, wie Sie es auch für die Drückjagd nutzen (welches Glas dafür passt, lesen Sie in unserem Ratgeber Drückjagdglas 1-6x24 oder 1-8x24). Welche Jagd-Zielfernrohre wir führen, sehen Sie in unserer Zielfernrohr-Kollektion, darunter Modelle von Meopta und Leupold im Bereich 1-6x24.

Am Rande: Wer nachts auf Schwarzwild jagt, kombiniert das Vorsatzgerät häufig mit einem Schalldämpfer, auch hier gilt: Der Schalldämpfer ist für Jäger erlaubt, die Nutzung bleibt an die Jagd gebunden. Jagdscheininhaber dürfen Schalldämpfer für jagdlich zugelassene Langwaffen mit Zentralfeuermunition erwerben und im Rahmen der Jagd und des jagdlichen Übungsschießens verwenden (§ 13 Absatz 9 WaffG). Passende Modelle finden Sie in unserer Schalldämpfer-Kollektion.

Unsere Wärmebild-Vorsatzgeräte: CONOTECH Avata 650 und Avata 650 LIIR

Bei GunsofKosta führen wir zwei Wärmebild-Vorsatzgeräte der Serie CONOTECH Avata, beide als Clip-On für die vorhandene Zieloptik. Aktuelle Preise und Verfügbarkeit finden Sie auf den Produktseiten.

CONOTECH Avata 650 Wärmebild-Vorsatzgerät
CONOTECH Avata 650 aus unserem Sortiment (Produktfoto)
  • CONOTECH Avata 650: ungekühlter VOx-Sensor mit 640 x 512 Pixeln und 12 Mikrometer Pixelpitch, Empfindlichkeit unter 15 mK (NETD), 50-mm-Germanium-Objektiv mit einem Sehfeld von etwa 15,4 x 12,3 Metern auf 100 Meter, OLED-Display mit 1024 x 768 Pixeln, 64 GB interner Speicher für Foto- und Videoaufnahmen, zwei 18500-Akkus mit USB-C-Schnellladung in rund einer Stunde und bis zu 7 Stunden Betriebszeit. Mit unter 450 Gramm und Schutzklasse IP67 ist es leicht und wetterfest.
  • CONOTECH Avata 650 LIIR: derselbe 640 x 512 VOx-Sensor, zusätzlich ein Laser-Entfernungsmesser von 5 bis 1.200 Metern (Genauigkeit plus/minus 1 Meter, Laserklasse 1), WLAN-Anbindung an die App für Livebild, Aufnahme und Firmware-Updates, Stoßfestigkeit bis 7.000 Joule und damit geeignet für Kaliber von .223 Rem. bis .300 Win. Mag., ebenfalls IP67 mit Schnellladung.

Beide Geräte arbeiten passiv ohne IR-Beleuchtung und haben kein eigenes Absehen. Sie sind damit die Bauart, die § 40 Absatz 3 WaffG für Jagdscheininhaber freigibt. Die Abgabe erfolgt nur an Inhaber eines gültigen Jagdscheins. Fragen zu Adapter und Objektivdurchmesser Ihrer Optik klären wir gern vor dem Kauf, telefonisch oder im Ladengeschäft in Wuppertal. Weitere Optik finden Sie in unserer Optik-Kollektion.

Checkliste vor dem Kauf

  • Jagdschein gültig? Die waffenrechtliche Ausnahme gilt nur für Inhaber eines gültigen Jagdscheins und nur für jagdliche Zwecke.
  • Bauart geprüft? Vorsatzgerät ohne eigenes Absehen ja, Wärmebild-Zielfernrohr mit Absehen nein.
  • Keine Lichtquelle an der Waffe: Kein IR-Strahler und keine Lampe fest an Waffe oder Optik montieren.
  • Landesrecht gelesen? Jagdverordnung des Landes und Allgemeinverfügung der Unteren Jagdbehörde prüfen: Wildart, Schussdistanz, Ansitz.
  • Adapter passt? Objektivdurchmesser Ihres Zielfernrohrs messen und den passenden Adapter mitbestellen.
  • Einschießen: Mit montiertem Vorsatz die Treffpunktlage kontrollieren, bevor es ins Revier geht.

Wenn Sie tiefer in das deutsche Waffenrecht einsteigen möchten, finden Sie die Grundlagen zu Erwerb, Besitz und Aufbewahrung in unserem Ratgeber zum Waffenrecht in Deutschland.

Quellen und Hinweis

§ 40 Absatz 3 WaffG und Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.1 und 1.2.4.2 WaffG (gesetze-im-internet.de); § 13 Absatz 9 WaffG; § 19 Absatz 1 Nr. 5 BJagdG; Gesetzentwurf des Bundesrates, Bundestagsdrucksache 21/893 vom 16. Juli 2025 und Meldung des Deutschen Bundestages vom 17. Juli 2025; Deutscher Jagdverband, Ausnahmebestimmungen für Nachtsichttechnik bei der Jagd auf Schwarzwild (Stand: Februar 2025); Ökologischer Jagdverein NRW, Nachtzieltechnik: Was erlaubt ist (Stand: August 2025); technische Daten laut Herstellerangaben auf unseren Produktseiten.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Rechtslage und Länderregelungen können sich ändern, maßgeblich sind die jeweils aktuellen Gesetzestexte und Verordnungen. Stand: August 2026. Autor: Kosta, GunsofKosta Redaktion, Wuppertal. Abgabe von Nachtsichtvorsätzen nur an Inhaber eines gültigen Jagdscheins.


Häufige Fragen

Ist ein Wärmebild-Zielfernrohr in Deutschland erlaubt?

Nein. Wärmebild-Zielfernrohre mit eigenem Absehen und Montagevorrichtung für Schusswaffen sind verbotene Gegenstände nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.2 WaffG. Die Ausnahme in § 40 Absatz 3 WaffG gilt nur für Vorsätze und Aufsätze ohne eigenes Absehen. Stand: August 2026.

Darf ich als Jäger ein Wärmebild-Vorsatzgerät kaufen und nutzen?

Ja. Inhaber eines gültigen Jagdscheins dürfen Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für jagdliche Zwecke erwerben, besitzen und verwenden. Ob und wie Sie damit im Revier jagen dürfen, regelt zusätzlich das Jagdrecht Ihres Bundeslandes.

Ist ein Nachtsichtgerät mit IR-Aufheller erlaubt?

Ein fest an Waffe oder Optik montierter IR-Strahler ist eine Vorrichtung, die das Ziel beleuchtet, und damit nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.1 WaffG verboten. Restlichtverstärker sind als Vorsatz nur ohne aktive Beleuchtung zulässig. Ein Wärmebild-Vorsatzgerät arbeitet passiv und hat dieses Problem nicht.

Wann werden Wärmebild-Zielfernrohre legal?

Das ist offen. Der Bundesrat hat am 13. Juni 2025 einen Gesetzentwurf zur Aufnahme von Nachtzieltechnik beschlossen (Bundestagsdrucksache 21/893). Eine Entscheidung des Bundestages steht aus, der Entwurf ist nicht geltendes Recht. Bis dahin bleibt der Besitz strafbar.

Welche Nachteile hat ein Wärmebild-Vorsatzgerät?

Mehr Gewicht und Baulänge vor der Optik, ein kleineres Sehfeld, begrenzte Akkulaufzeit und ein zusätzlicher Montageschritt. Dafür bleibt Ihre eingeschossene Tageslichtoptik unverändert und das Gerät ist in Deutschland für Jäger erlaubt.

Wärmebild oder Restlichtverstärker: was ist besser für die Jagd?

Wärmebild zeigt Wild unabhängig von Restlicht und auch im Nebel oder vor dunklem Hintergrund, braucht aber Übung beim Ansprechen feiner Details. Restlichtverstärker liefern ein natürlicheres Bild, sind auf Restlicht angewiesen und dürfen ohne aktiven IR-Strahler betrieben werden. Viele Jäger kombinieren beides: Wärmebild zum Finden, Tageslichtoptik oder Vorsatz zum Ansprechen.

Brauche ich in Nordrhein-Westfalen eine Genehmigung?

Die ASP-Jagdverordnung 2021 erlaubt in NRW Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze mit elektronischer Verstärkung für die Bejagung von Wildschweinen vom erhöhten Ansitz bis 100 Meter. Für Wärmebildtechnik und weitergehende Freigaben haben viele Untere Jagdbehörden seit Juli 2025 Allgemeinverfügungen erlassen. Welche Regel in Ihrem Kreis gilt, erfahren Sie bei Ihrer Unteren Jagdbehörde.

Dürfen Sportschützen ein Wärmebild-Vorsatzgerät besitzen?

Nein. Die Ausnahme in § 40 Absatz 3 WaffG gilt nur für Inhaber eines gültigen Jagdscheins und für jagdliche Zwecke. Handgeräte zur reinen Beobachtung ohne Montagevorrichtung sind davon nicht betroffen.