Reflexvisier

Ein Reflexvisier ist eine optische Visiereinrichtung ohne Vergrößerung: Eine Leuchtdiode (LED) erzeugt den Leuchtpunkt, eine halbdurchlässige Linse spiegelt ihn zurück ins Sichtfeld, und dort überlagert der Punkt das Ziel. Bei GunsofKosta finden Sie offene und geschlossene Rotpunktvisiere, holografische Visiere und passende Magnifier von Aimpoint, EOTECH, Holosun, Burris und Falke, für Pistolen ebenso wie für Langwaffen. Mehr erfahren

Reflexvisier Kollektion mit modernen Rotpunkt- und Reflexvisieren für schnelle Zielerfassung

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Reflexvisiere: Bauformen, Montage und Auswahl

Ein Reflexvisier arbeitet ohne Vergrößerung und zeigt Ihnen nur einen Leuchtpunkt im Sichtfeld. Im Gegensatz dazu erfordert die klassische Visierung mit Kimme und Korn das exakte Ausrichten mehrerer Punkte auf einer Linie, beim Feinkorn zusätzlich eine gleichbleibende Höhe. Genau daraus entsteht der Vorteil: Reflexvisiere bieten eine schnellere Zielerfassung, Sie zielen mit beiden Augen und behalten das Umfeld im Blick. Jäger auf der Drückjagd und Sportschützen in dynamischen Disziplinen nutzen diesen Zeitgewinn gleichermaßen. Fachlich gehört das Reflexvisier zur Gruppe der Kollimatorvisiere, im Handel sind auch die Bezeichnungen Rotpunktvisier, Leuchtpunktvisier und Red Dot üblich.

Bauformen von Reflexvisieren

Reflexvisiere unterscheiden sich vor allem darin, wie stark ein Gehäuse die Optik umschließt und wie das Absehen erzeugt wird. Allen Ausführungen gemeinsam ist die LED-Technologie hinter dem Leuchtpunkt. In dieser Kollektion finden Sie vier Varianten: offene und geschlossene Rotpunktvisiere, holografische Visiere sowie Magnifier für zusätzliche Vergrößerung.

Offene Reflexvisiere

Offene Reflexvisiere verzichten auf einen umschließenden Tubus. Die Leuchtdiode sitzt im unteren Teil des Rahmens, eine halbdurchlässige Linse reflektiert das LED-Licht zurück zum Auge. Ein solcher Red Dot liefert ein großes Sichtfeld bei geringem Gewicht: Das Burris Fast Fire IV wiegt rund 46 g und bietet vier umschaltbare Absehen zwischen 3 und 11 MOA, ein Klick verstellt um 1 MOA. Ein solcher offener Red Dot ist die typische Wahl für Pistolen und andere Kurzwaffen und für die Drückjagd, bei der das Wild nur Sekundenbruchteile im Blick steht und die Schussabgabe schnell erfolgen muss. Achten Sie bei dieser Bauform auf eine gute Linsenbeschichtung, denn Regen und Verschmutzung gelangen ungehindert an die Linse.

Geschlossene Reflexvisiere

Bei einem geschlossenen Red Dot umschließt ein Gehäuse die gesamte Optik. Leuchtdiode und Linse sind damit besser vor Schmutz, Regen und mechanischer Belastung geschützt, was auf Langwaffen und im Jagdeinsatz zählt. Das Aimpoint Acro C-2 arbeitet mit einem 3,5 MOA Leuchtpunkt, wiegt 60 g und bietet 8 Tagstufen sowie 2 Nachtstufen. Das Holosun HE509T-RD kombiniert einen 2 MOA Punkt mit einem 32 MOA Kreis, wiegt 48,8 g und bringt den Holosun-RMR-Adapter bereits mit. Welche Robustheit diese Bauform erreicht, zeigt das Falke CMS: schussfest bis Kaliber .375 Holland & Holland und wasserdicht bis 10 Meter nach IPX7. Mehrere Hersteller führen solche geschlossenen Leuchtpunktvisiere inzwischen parallel zu ihren offenen Baureihen.

Holografische Visiere

Ein holografisches Visier ist kein Rotpunktvisier, auch wenn beide auf den ersten Blick ähnlich aussehen. Statt einer gespiegelten Leuchtdiode zeichnet hier eine Laserdiode ein holografisches Absehen in den Strahlengang. EOTECH ist der bekannteste Vertreter dieser Bauart: Das EOTECH XPS2-0 zeigt einen 1 MOA Punkt, also etwa 3 cm auf 100 m, in einem 68 MOA Ring und regelt die Helligkeit in 20 Stufen. Das EOTECH EXPS3 ergänzt einen Nachtsichtmodus und eine seitliche Schnellspannmontage. Der große Ring führt das Auge schnell zur Mitte, der feine Punkt erlaubt trotzdem den genauen Schuss.

Magnifier für mehr Vergrößerung

Reflexvisiere arbeiten selbst einfach, also 1-fach. Wer auf mittlere Distanzen mehr Zielauflösung braucht, setzt einen Magnifier hinter das Visier; die Verwendung ändert nichts an der Montage des Visiers selbst. Der Holosun HM3X vergrößert 3-fach, wiegt 304 g, erfüllt die Schutzklasse IP67 und lässt sich per Flip-to-Side aus dem Strahlengang klappen. Der EOTECH G33.STS bietet dieselbe 3-fach-Vergrößerung mit integrierter Switch-to-Side-Montage und passt zu allen EOTECH Holographic Sights. So bleibt die schnelle Zielerfassung erhalten und die Zielansprache auf Distanz wird einfacher. Für weite Schüsse bleiben klassische Zielfernrohre trotzdem die genauere Lösung.

Worauf Sie beim Reflexvisier achten sollten

Drei Bereiche entscheiden darüber, ob ein Leuchtpunktvisier im Revier und auf dem Stand überzeugt: Montage, Energieversorgung und Absehen.

Montage und Kompatibilität

Die Montage bestimmt die Visierlinie, die Treffpunktlage und deren Reproduzierbarkeit. Die gängigen Montagemöglichkeiten auf Langwaffen sind die Picatinny-Schiene nach MIL-STD-1913, die Weaver-Schiene und die schmalere Prismenschiene mit 11 mm. Die Prismenschiene mit 11 mm findet sich vor allem an Kleinkaliberwaffen; auf Kurzwaffen zählt dagegen der Footprint als Verbindung zwischen Waffe und Visier: Das Holosun HE509T-RD liegt dem RMR-Adapter bei, das Aimpoint Acro C-2 nutzt den ACRO-Fuß, und das Falke CMS bringt neben Picatinny- und Weaver-Montagen in zwei Höhen auch eine Glock-MOS-Montageplatte mit. Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Schnittstelle Ihre Waffe bietet; ergänzende Montagen und Zubehör führen wir separat. Lassen Sie die Montage im Zweifel vom Büchsenmacher setzen, denn korrekter Sitz und richtiger Augenabstand sind die Voraussetzung für sauberes Einschießen.

Batterie und Laufzeit

Die Batterie versorgt die Leuchtdiode, die den Leuchtpunkt erzeugt. In den meisten Modellen arbeitet eine CR2032-Lithiumzelle, beim Falke LE QL Gen2 eine CR2, beim Holosun HE509T-RD zwei CR1632. Die Laufzeiten unterscheiden sich deutlich: Das Falke CMS erreicht nach Herstellerangabe bis zu 50.000 Stunden Batteriebetrieb. Viele Hersteller lassen ihre Leuchtpunktvisiere bei Erschütterung selbst anlaufen und in Ruhephasen wieder abschalten; Varianten mit Solarzelle wie das Holosun HS510C nutzen zusätzlich das Tageslicht. Nehmen Sie trotzdem eine Ersatzzelle mit ins Revier, das ist die einfachste Ausfallsicherung.

Absehen und Helligkeit

Das Absehen bestimmt, wie schnell und wie fein Sie zielen. Ein MOA entspricht rund 2,9 cm auf 100 m, ein reiner Punkt von 2 bis 3,5 MOA deckt dort also etwa 6 bis 10 cm ab; je feiner der Punkt, desto mehr Präzision erlaubt er. Kreispunkt-Absehen verbinden beides: Das Holosun HS510C zeigt einen 2 MOA Punkt in einem 65 MOA Ring, das Falke LE QL Gen2 einen 2 MOA Punkt in einem 65 MOA Kreis, jeweils mit 44 bis 50 MOA Verstellbereich in Höhe und Seite. Die Helligkeit des Leuchtpunkts kann manuell angepasst werden, beim Acro C-2 in 8 Tagstufen und 2 Nachtstufen, beim EOTECH XPS2-0 in 20 Stufen. Einige Geräte regeln über einen Sensor automatisch nach, was bei wechselnden Lichtverhältnissen auf der Dämmerungsjagd hilft; in völliger Dunkelheit bleibt der Leuchtpunkt als einziger Bezugspunkt sichtbar. Ein Killflash, also ein Wabenfilter wie er beim Falke LE QL Gen2 im Lieferumfang liegt, dämpft zusätzlich störende Reflexionen auf dem Objektiv. Der Killflash kostet etwas Licht, hält die Linse aber auch bei tief stehender Sonne ruhig. Die Farbe des Punkts ist bei den hier geführten Modellen rot oder grün.

So wählen Sie das richtige Reflexvisier

Fünf Kriterien führen zur Entscheidung.

Einsatzzweck. Für Jäger auf der Drückjagd zählt die Geschwindigkeit bei der Zielerfassung, für Sportschützen die reproduzierbare Absehenverstellung. Ein grober Punkt ist schnell, ein feiner Punkt ist genau; der Kreispunkt ist der Kompromiss aus beidem. Im Sportschießen bleibt der Vorteil, dass beide Augen offen bleiben können.

Waffenart. Kurzwaffen verlangen kompakte, leichte Visiere mit passendem Footprint, etwa das Burris Fast Fire IV mit 46 g. Auf Langwaffen sind geschlossene Modelle und holografische Visiere verbreitet, weil dort Gewicht und Baugröße weniger stören. Welche Waffen als Langwaffe gelten, erklärt unser Beitrag Was ist eine Langwaffe.

Distanz. Leuchtpunktvisiere sind in der Regel für Entfernungen bis etwa 150 m geeignet. Bis 50 m reicht ein einfacher Red Dot, darüber hinaus wird ein Magnifier oder ein Zielfernrohr sinnvoll. Hilfreich ist dabei die weitgehende Parallaxefreiheit: Auch bei leicht versetztem Blickwinkel bleibt der Punkt auf dem Ziel, was Zielfehler bei ungewohnter Kopfposition verhindert und das Schießen mit beiden Augen erleichtert.

Umgebungsbedingungen. Für Regen, Schnee und starke Temperaturwechsel brauchen Sie ein dichtes, stoßfestes Gerät. Achten Sie auf eine ausgewiesene Schutzklasse wie IPX7 beim Falke CMS oder IP67 beim Holosun HM3X statt auf allgemeine Angaben zur Wetterfestigkeit.

Budget. Der Preis richtet sich vor allem nach Gehäuse, Linsenvergütung, Batterielaufzeit und Verstellmechanik. Ein einfacher offener Red Dot deckt den Einstieg ab, geschlossene und holografische Visiere liegen darüber, Magnifier kommen als eigenes Gerät hinzu. Preis, Bestand und Lieferzeit sehen Sie live auf jeder Produktseite.

Reflexvisier und Waffenrecht

Ein Reflexvisier ist in Deutschland frei erwerbbar und nicht erlaubnispflichtig, denn es zählt weder zu den Waffen noch zur Munition. Anders liegt der Fall bei Zielhilfen, die einen Lichtpunkt auf das Ziel werfen: Laser- und Zielpunktprojektoren für Schusswaffen stehen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.1 WaffG auf der Liste der verbotenen Gegenstände. Der Unterschied liegt in der Richtung. Beim Reflexvisier bleibt der Leuchtpunkt im Sichtfeld des Schützen und wird nicht auf das Ziel projiziert; deshalb ersetzt ein Leuchtpunktvisier den in Deutschland verbotenen Ziellaser. Für Nachtsichtgeräte und Nachtsichtvorsätze gelten eigene Regeln, die zusätzlich vom Jagdrecht des jeweiligen Bundeslandes abhängen. Einen Überblick über die Grundlagen gibt unser Beitrag zum Waffenrecht in Deutschland. Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung (Stand: August 2026).

Reflexvisiere bei GunsofKosta kaufen

Reflexvisiere sind kompakt und leicht, sie bleiben nahezu parallaxefrei und erlauben Schützen das Zielen mit beiden Augen. In unserem Online Shop finden Sie Rotpunktvisiere und Leuchtpunktvisiere von Aimpoint, EOTECH, Holosun, Burris und Falke sowie die passenden Magnifier; Preis, Bestand und Lieferzeit stehen bei jedem Red Dot auf der Produktseite. Die Entwicklung dieser Geräte begann 1975, als Aimpoint das erste Rotpunktvisier auf den Markt brachte; das Prinzip aus Leuchtdiode und halbdurchlässiger Linse ist bis heute dasselbe. Welches Leuchtpunktvisier zu Ihnen passt, hängt an Montagestandard, Absehen und Einsatz; ein passendes Modell für Ihre 9-mm-Pistole finden Jäger und Sportschützen gleichermaßen. Kosta berät Sie dazu als lizenzierter Fachhändler persönlich, im Ladengeschäft in Wuppertal oder telefonisch. Ergänzend finden Sie bei uns Zielfernrohre, die gesamte Optik-Kollektion und alles zur Waffenpflege; wie Sie Waffe und Optik richtig sauber halten, zeigt unsere Anleitung zum Waffe reinigen.

Häufige Fragen zu Reflexvisieren

Was ist ein Reflexvisier?

Ein Reflexvisier ist eine optische Visiereinrichtung ohne Vergrößerung. Eine Leuchtdiode (LED) erzeugt einen Leuchtpunkt, eine halbdurchlässige Linse reflektiert ihn zurück ins Sichtfeld, und dort überlagert der Punkt das Ziel. Weil nur ein Punkt statt Kimme und Korn ausgerichtet werden muss, geht die Zielerfassung deutlich schneller. Fachlich zählt es zu den Kollimatorvisieren; gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Rotpunktvisier, Leuchtpunktvisier und Red Dot.

Welche Reichweite haben Reflexvisiere?

Leuchtpunktvisiere sind in der Regel für Entfernungen bis etwa 150 m geeignet. Sie bieten eine schnellere Zielerfassung als Kimme und Korn, weil dort mehrere Punkte exakt auf einer Linie ausgerichtet werden müssen. Für größere Distanzen empfehlen sich ein Magnifier hinter dem Visier oder ein Zielfernrohr. Ein Red Dot bleibt dabei nahezu parallaxefrei, der Punkt sitzt also auch bei leicht versetztem Blickwinkel auf dem Ziel.

Was ist der Unterschied zwischen Reflexvisier und holografischem Visier?

Ein Reflexvisier spiegelt das Licht einer Leuchtdiode über eine halbdurchlässige Linse ins Sichtfeld. Ein holografisches Visier erzeugt das Absehen dagegen mit einer Laserdiode als Hologramm im Strahlengang. Bekanntester Vertreter ist EOTECH, etwa das XPS2-0 mit 1 MOA Punkt in einem 68 MOA Ring. Praktisch unterscheiden sich beide vor allem im Absehen und in der Bauform, nicht in der Bedienung.

Wie montiere ich ein Reflexvisier richtig?

Die Montage hängt von der Schnittstelle Ihrer Waffe ab: Picatinny-Schiene nach MIL-STD-1913, Weaver-Schiene oder Prismenschiene mit 11 mm auf Langwaffen, auf Kurzwaffen der jeweilige Footprint wie ACRO oder RMR. Entscheidend sind fester, reproduzierbarer Sitz und die passende Montagehöhe. Nach der Montage wird eingeschossen, dabei justieren Sie die Absehenverstellung auf die tatsächliche Treffpunktlage. Wir empfehlen die Montage durch einen Büchsenmacher.

Sind Reflexvisiere bei schlechten Lichtverhältnissen einsetzbar?

Ja. Da der Leuchtpunkt durch eine Leuchtdiode erzeugt wird, bleibt er in Dämmerung und Dunkelheit sichtbar. Die Helligkeit des Leuchtpunkts kann manuell angepasst werden, beim Aimpoint Acro C-2 in 8 Tagstufen und 2 Nachtstufen, beim EOTECH XPS2-0 in 20 Stufen. Das Falke CMS bietet 10 Stufen inklusive Nachtsichtstufen. Einige Modelle regeln über einen Sensor automatisch nach.

Ist ein Reflexvisier in Deutschland erlaubt?

Ja. Ein Reflexvisier ist frei erwerbbar und nicht erlaubnispflichtig, es zählt weder zu den Waffen noch zur Munition. Verboten sind dagegen Laser- und Zielpunktprojektoren für Schusswaffen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.1 WaffG, weil sie einen Lichtpunkt auf das Ziel werfen. Beim Reflexvisier bleibt der Punkt im Sichtfeld des Schützen. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung (Stand: August 2026).

Welche Reflexvisier-Marken führt GunsofKosta?

In dieser Kollektion führen wir fünf Hersteller: Aimpoint mit dem geschlossenen Acro C-2, EOTECH mit holografischen Visieren wie XPS2-0, EXPS2 und EXPS3, Holosun mit offenen und geschlossenen Modellen der Serien HS und HE, Burris mit dem Fast Fire III und IV sowie Falke mit dem CMS und dem LE QL Gen2. Dazu kommen Magnifier von Holosun, EOTECH und Falke.

Brauche ich zusätzlich einen Magnifier?

Ein Magnifier lohnt sich, wenn Sie über 100 m sicher ansprechen wollen, die schnelle Zielerfassung des Reflexvisiers aber behalten möchten. Er wird hinter das Visier gesetzt und per Flip-to-Side oder Switch-to-Side aus dem Strahlengang geklappt. Der Holosun HM3X und der EOTECH G33.STS vergrößern jeweils 3-fach; ohne Magnifier bleibt der Red Dot die schnellere Lösung mit beiden Augen. Für reine Distanzschüsse ist ein Zielfernrohr die bessere Wahl.