Die Entfernung entscheidet. Ein Zielfernrohr vergrößert und lässt Sie das Ziel auf 50 m und weiter sauber ansprechen; das Absehen liegt in der Optik und erlaubt eine genaue Haltepunktkorrektur. Ein Reflexvisier vergrößert nicht, sondern spiegelt einen Leuchtpunkt in die Visierlinie ein. Sie schauen mit beiden Augen offen durch und finden das Ziel schneller, dafür fehlt die Auflösung für den weiten Schuss. Wer beides braucht, kombiniert ein Reflexvisier mit einem Magnifier oder wählt ein Zielfernrohr mit kleiner Anfangsvergrößerung wie 1-6x24 oder 1-8x24. Unsere Auswahl steht in den Kollektionen Zielfernrohre und Reflexvisier.
Was sagen Ihnen die Zahlen am Zielfernrohr?
Die Bezeichnung 3-12x56 enthält alles Wesentliche. Die ersten beiden Zahlen sind der Vergrößerungsbereich, hier dreifach bis zwölffach. Die Zahl hinter dem x ist der Objektivdurchmesser in Millimetern, hier 56 mm: Er bestimmt, wie viel Licht in die Optik fällt, und damit, wie lange Sie in der Dämmerung noch ansprechen können. Ein größeres Objektiv braucht allerdings höhere Ringe und hebt die Visierlinie an. Dazu kommt der Tubusdurchmesser, meist 30 mm oder 34 mm, der den Verstellbereich und die passende Montage vorgibt.
FFP oder SFP: wo sitzt das Absehen?
Bei FFP, der ersten Bildebene, wächst das Absehen mit der Vergrößerung mit. Die Maße im Absehen stimmen deshalb in jeder Vergrößerungsstufe, was beim Schätzen von Entfernung und Haltepunkt hilft; bei kleiner Vergrößerung wird das Absehen aber sehr fein. Bei SFP, der zweiten Bildebene, bleibt das Absehen immer gleich groß und ist dadurch auch bei geringer Vergrößerung gut sichtbar, die Maßstäbe stimmen dann jedoch nur bei einer bestimmten Vergrößerung. Für die Jagd auf wechselnde Distanzen ist SFP verbreitet, im präzisen Sportschießen FFP.
Was bedeutet MOA?
MOA steht für Minute of Angle, eine Winkelminute. Auf 100 m entspricht 1 MOA etwa 2,9 cm. Die Angabe hat zwei Rollen: Bei Reflexvisieren beschreibt sie die Größe des Leuchtpunkts, wobei 2 MOA feiner zielen lässt und 3 MOA schneller ins Auge fällt. Bei Zielfernrohren beschreibt sie den Klickwert der Verstelltürme, also wie weit sich der Treffpunkt pro Rastung verschiebt.
Woran scheitert die Montage?
Meist an drei Dingen. Erstens am Schienenstandard: Picatinny und Weaver sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber in den Nutenmaßen. Zweitens an der Ringhöhe, denn das Objektiv darf den Lauf nicht berühren und die Optik muss zu Ihrer Anschlagshöhe passen. Drittens am Anzugsmoment, weil zu fest angezogene Ringe den Tubus verformen und zu lose montierte Optiken beim Schuss wandern. Passende Montagen und Drehmomentwerkzeuge finden Sie in der Kollektion Zubehör. Zur Pflege der Linsen führen wir Reinigungsstifte in der Kollektion Waffenpflege und Reiniger.